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350 Wohnungen, 320 Wohnungen, unter 300 Wohnungen, 196 Wohnungen … oder doch 396?

Liebe Freunde und Bekannte aus der Gemeinde St. Andrä – Wördern,

am kommenden Sonntag (18.11.2018) ist es soweit. Wir schreiten in unserer Wohlfühlgemeinde zur Wahlurne. Und das ist etwas ganz besonderes, will es sich um einen Akt der direkten Demokratie handelt. Direkter geht wohl nicht mehr. Als Gemeindebürger stimmen wir über einen riesengrossen Eingriff in unserer Gemeinde ab. Das sollte uns ein paar Minuten unserer kostbaren Zeit wert sein.

Quintessenz: wir stimmen über 396 WOHNUNGEN ab.

Wohnungsanzahl ungewiss

Was nun? Also irgendwas zwischen 196 und 396 Wohnungen sollen es werden …

Ich unterstütze in dieser Frage nicht nur aus

politischer Sicht die SPÖ St. Andrä-Wördern: https://www.facebook.com/1512645665618905/posts/2132412726975526/

Auch als Privatperson werde ich zu 100% gegen den Masterplan stimmen. Dagegensein hat immer etwas Destruktives, daher möchte ich meine Beweggründe hier darlegen und versuche zu zeigen, dass es sich dabei um etwas sehr Konstruktives für die Gemeindebürger handelt. Es sind ein paar Fragen, die mich beschäftigen und die mir die Befürworter nicht beantworten können:

1. Warum wehrte sich die Koalition aus ÖVP, Grüne und Bürgerliste so lange, in einer so essentiellen Fragestellung für die Bevölkerung eben jene auch zu befragen? Ergänzend möchte ich erwähnen, dass sich das Wehren ja erst aufhörte, als die SPÖ durch eine Unterschriftenaktion die in der Gemeindeordnung festgeschriebene, VERPFLICHTENDE Volksbefragung erzwungen hatte. Freiwilligkeit sieht anders aus.

2. Warum ist weniger als eine Woche vor der Volksbefragung nur ein Vorabzug des Masterplanes abrufbar? Wir stimmen über DEN Masterplan ab, nicht über den Vorabzug!

3. Warum möchte die Koalition eine hohe Wahlbeteiligung verhindern? Statt der üblichen Wahlzeiten von 7:00 bis 16:00 wurde diese verkürzt. Um ganze 3 Stunden(!!!). Die Wahlzellen sind von 8:00 bis 14:00 offen. Auch in den wesentlichen, weil direkt betroffenen Sprengeln Wördern und St. Andrä. Ich wäre auch die drei anderen Stunden gerne und kostenfrei im Sinne der Demokratie für die Bürger dagewesen.

Was bedeuten 396 Wohnungen in einer Gemeinde wie St. Andrä – Wördern? Bei 70m² ist von Familien von 2 bis 5 Personen auszugehen. Auf einen Schlag zumindest 1.000 Einwohner mehr. So sehr ich jeden einzelnen dieser einzigartigen Menschen aus vollem Herzen begrüßen möchte, so sehr stellt sich die Frage, ob der Charakter der Gemeinde gewahrt bleiben kann.

4. Warum ändert die Koalition laufend die Aussag

e über die Anzahl der Wohnungen? Begonnen wurde mit 350 Wohnungen. Mit dem Beginn der Gegenwehr der Gemeinde-SPÖ als Sprachrohr der sich übergangen gefühlten Bürger änderte man schnell die Gesamtzahl auf 320, dann auf unter 300 bis man knapp vor der Volksbefragung sogar bei bei 196 angekommen ist. Unabhängig davon, dass ich mich bei Immobilienentwicklung doch ein klein wenig auskenne und eine so massive Änderung einer der wesentlichsten Kennzahlen eines Projektes nicht in einem ‚Masterplan‘ vereinbar ist, zeugt es von enormer Unprofessionalität, um nicht zu sagen von ungeheurem Chaos und Unwissen der hier handelnden Personen.

5. Warum sagt die Koalition nicht, dass wir genau über E

INEN, nämlich DIESEN Masterplan abstimmen? Aussagen wie ‚wird schon nicht so schlimm‘ oder das unter Punkt 4 erwähnte ’so viele Wohnungen kommen ja gar nicht‘ ist zwar nett, aber ich hoffe ja doch nicht, dass unsere Gemeindebürger dermaßen leichtgläubig und naiv sind. Im Masterplan wird mit Zahlen gespielt und jongliert, dass es nur so eine Freude ist. In ein und demselben Absatz stehen die geplanten- und beschwichtigenden 196 Wohnungen, nicht unerwähnt lassend, dass rechtlich natürlich 246 Wohnungen möglich sind. Und dann werden auch noch sich widersprechende maximal 396(!) Wohnungen ins Spiel gebracht. Warum das? Wollen wir uns gar eine Hintertür offen lassen? Dann gibt’s ja obendrauf auch noch die 181 Wohnungen für den Sportplatz Ost, West und Junges Wohnen. Wie das? Vermutlich, weil an dieser Stelle unerwähnt bleibt, dass es sich hier nur um 3 der 5 Bauabschnitte handelt. Um der Verwirrung die Krone aufzusetzen, unterscheiden wir auch noch zwischen ‚reinen‘ Wohnungen und Gewerbeflächen, die wir natürlich auch für Wohnen widmen könnten, aber sicherheitshalber nicht in die Wohnungszahl einrechnen. Selbst, wenn die ganzen Gewerb

eflächen tatsächlich nicht zum Wohnen verwendet werden, stellt sich die Frage, ob das für die im Verkehr untergehenden Anrainer – auch die an den unterdimensionierten Einzugsstrassen und -gassen – eine bessere Situation ist. Gewerbetreibende brauchen eines, und das sollten zumindest die Vertreter der ÖVP wissen, nämlich Kunden. Zahlreich.
Quintessenz dieses Punktes: wir stimmen über 396 WOHNUNGEN ab.

6. Was bedeuten 396 Wohnungen in einer Gemeinde wie St. Andrä – Wördern? Bei 70m² ist von Familien von 2 bis 5 Personen auszugehen. Auf einen Schlag zumindest 1.000 Einwohner mehr. So sehr ich jeden einzelnen dieser einzigartigen Menschen aus vollem Herzen begrüßen möchte, so sehr stellt sich die Frage, ob der Charakter der Gemeinde gewahrt bleiben kann. Und damit meine ich gar nicht einmal die massive Aufstockung der benötigten Infrastruktur, die Mehrbelastung der Wasser- und Abwassereinrichtungen, die Belastung durch NOx, CO2, Feinstaub etc. oder die enorme Versiegelung von Grünflächen. Das Beschwichtigen, indem darauf verwiesen wird, dass es ’sanft‘ in Bauabschnitten und über 10 Jahre erfolgen wird, wird die Anrainer nicht unbedingt in Verzücken versetzen. Meine Erfahrung zeigt mir, dass die Menschen schon unrund werden, wenn einmal über 2 Monate in der Nachbarschaft Bauarbeiten stattfinden.

Ich bitte euch daher:

1. Wenn ihr wahlberechtigt seid, geht zur Wahl oder nutzt die Briefwahl.
2. Wägt die Argumente ab und entscheidet nach bestem Wissen und Gewissen.
3. Wenn ihr nicht direkt davon betroffen seid, zeigt Empathie mit den Anrainern und vor allem, sprecht miteinander.
4. Wenn ihr Fragen zum Masterplan habt, stellt die Fragen an die zuständigen Personen oder stellt sie mir. Ich beantworte sie gerne und rechtzeitig, wenn es mir ermöglicht wird. Was ich nicht sofort und klar beantworten kann, werde ich für euch recherchieren.
5. Teilt diesen Beitrag bitte.

Ich wünsche euch eine sehr angenehme Woche, nutzt die Zeit, euch noch weiter zu informieren und wir sehen uns hoffentlich am Sonntag.

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Video der Initiative ‚freies Wördern‘

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Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, dürfen die Bürger verlangen, dass Sie sich als leitende Ortspolitikerin in der örtlichen Raumplanung auskennen?

  1. Helmut Hofmann

    Logisches Denken – auch Mathematik gehört dazu.

    Die von der SPÖ formulierte Frage zielt zwar auf „bis zu 350“ Wohnungen ab, also von 1 bis 350,nicht aber für jede beliebige Zahl darüber. Ich bin nicht sicher, ob dies auf logischem Unvermögen beruht oder auf durchtriebener Schläue, die im Fall des Falles geänderter politischer Verhältnisse 351 oder mehr Wohnungen zulässt, ohne gegen das Abstimmungsergebnis zu verstoßen.
    Wie auch immer – typisch für unsere politisch Verantwortlichen.

    • behling

      Verzeihen Sie bitte, aber das hat ein bisschen eine Prise von Verschwörungstheorie. Warum sollte eine Partei, die ‚bis zu 350 Wohnungen‘ unbedingt verhindern möchte, gegen den Willen der Bevölkerung dann noch mehr Wohnungen realisieren? Die ‚bis zu 350 Wohnungen‘ stammen aus der Ansage der regierenden Parteien, darauf bezog sich die Umfrage.
      Eine weitere Info nebenbei: es war ‚lediglich‘ eine Volksabstimmung. Das Ergebnis ist nicht bindend. Eine Mehrheit im Gemeinderat kann immer noch das Projekt ganz locker umsetzen. Zumindest, wenn sich jemand findet, der sich politisch und wohl auch gesellschaftlich in der Gemeinde umbringen möchte.

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