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Ein verstecktes Juwel

Angrenzend an das vieldiskutierte neue Ortszentrum hat sich ein Projekt etabliert, um das uns viele Ortschaften beneiden und beneiden werden.

Es nennt sich Dorfplatz und es baut darauf, dass sich Qualität durchsetzen und herumsprechen wird. Man stolpert nämlich nicht einmal unabsichtlich hinein, vor allem, wenn man sich unter dem Titel ‚Dorfplatz‘ etwas nach außen Größerem vorstellt.

Betritt man das Areal, eröffnet sich eine kleine, neue Welt. Den alten Gemäuern, die jahrelang fast unbemerkt dahinvegetierten, wurde mit viel Herz und Liebe ein neues Leben eingehaucht. Viele kleine Geheimnisse warten hier, entdeckt zu werden. Eines darf vorweg genommen werden: jedes einzelne hat sich eine Entdeckung verdient.

Was bietet uns der Dorfplatz? Dazu finden wir auf der Homepage einen kurzen Teaser, also einen kleinen Abriss des Konzeptes:

Das Projekt DORFPLATZ ist ein sozio-ökonomisches Zentrum für kooperatives Arbeiten, Lernen und Leben. Seit 2015 entsteht in dem ehemaligen Gestüt in St. Andrä-Wördern ein DORFPLATZ: Durch die Mitwirkung verschiedener KunsthandwerkerInnen in kleinen Werkstätten, dem Angebot eines Gemeinschaftsbüros, dem täglichen MIttagstisch in der HOFKÜCHE, regelmäßig organisierten Repair Cafés und einer gemeinschaftlich genutzten Infrastruktur können sich Alt und Jung, Handwerk und Dienstleistung, Foodcoop und soziale Projekte, Kochbegeisterung und Heißhunger begegnen.

(c) Dorfplatz StAW

skizziertes Luftbild des Dorfplatzes, (c) Dorfplatz StAW

Der Dorfplatz besticht durch 4 Standbeine:

Die BÜROGEMEINSCHAFT

Co-Working ist in Zeiten von Start-Ups und junger Selbständigkeit ein wichtiges Thema. Steigende Immobilienpreise treiben auch die Kosten für Jungunternehmer in die Höhe. Viele können sich aber eigene Büroräumlichkeiten nicht leisten, dürfen aber auf Grund ihres Mietvertrages in ihren Mietwohnungen kein Unternehmen anmelden oder können es aus anderen Gründen, wie fehlender Infrastruktur oder starkem Kundenverkehr, nicht. Bürogemeinschaften sind die Lösung und der Wörderner Dorfplatz bietet auch das. Der Vorteil: es wird nicht nur ein Büroplatz angemietet, sondern auch die Infrastruktur mit Druckern, Besprechungsräumen, kulinarischer Versorgung etc. Und das in einem unglaublich freundlichen Umfeld (sowie Netzwerk). Hier macht das Arbeiten abseits der Verwirklichung der eigenen Unternehmensziele jedenfalls Spaß.

Das KUNSTHANDWERK

Den lokal größten Raum wird dem Handwerk bzw. speziell dem Kunsthandwerk eingeräumt. Dem gesamten Konzept folgend wird auch hier nicht der Fokus auf den billigsten Preis, sondern auf die beste Qualität gelegt – bei bestem Preis. Jedem einzelnen dort angesiedelten Handwerker sieht man die Liebe zur Arbeit an und gleichsam den Produkten. Es zahlt sich aus, sich von der Qualität selbst zu überzeugen, selbst, wenn noch kein spezieller Bedarf vorhanden ist. Die Kunsthandwerker können sich mit Sicherheit ein paar Minuten ihrer – durchaus kostbaren – Zeit abzwicken, um euch ein paar Highlights ihrer Arbeit zu zeigen.

Folgendes Angebot findet ihr am Dorfplatz (nähere Infos):

  • Bildhauerin (Anna Schebrak)
  • Bogenbauer (Joe Knauer)
  • Holzrestaurator (Michael Formanek)
  • Korbflechter (Luc Bouriel)
  • Kunsthandwerkerin (Barbara Riha)
  • Kunsthandwerker (Stefan Novak)
  • Malerin (Gertrud Birgfellner)
  • Messerschmied (Stefan Herzina)
  • Modedesignerin (Gertraud Gerst)
  • Peters Werkstatt (Peter Kostelecky)
  • Pilzwerkstatt (Jonathan Hetzendorfer)
  • Radmechaniker (Martin Krainer)
  • Tischler (Thomas Hitzenhammer)
  • Tischlerin (Michaela Noak)

Die HOFKÜCHE

Ein weiteres Highlight ist die Hofküche, die zu Mittag auch immer mit einem Menu zu überzeugen weiß. Hier fühlt sich sogar der klassische ‚Fleischtiger‘ wohl, wenngleich Fleischspeisen eher zurückhaltend angeboten werden. Mit viel Freude und einem Lächeln zubereitete Speisen erfreuen auch fleischlos. Und wenn das Ambiente authentischer nicht sein kann, dann macht die Gaumenfreude gleich doppelt Spaß.

So traditionell und klassisch sich der Dorfplatz präsentiert, so sehr geht er auch mit der Zeit. Neben den schon angeführten Co-Working-Plätzen bietet auch die Hofküche einen modernen Standard und Umgang mit ihrem Klientel. So kann man bis 14 Uhr Speisen bestellen und mit nach Hause oder ins Büro nehmen. Denn in einem gesunden Körper haust auch ein gesunder Geist, und was kann besser sein, als ein frisch gekochtes Mittagessen?

Neben der Kulinark wird auch zum Spielen und Leben eingeladen. Es werden Brettspiele für alle Altersgruppen angeboten und jeden 3. Freitag im Monat wird zu einem Schachabend geladen. Die Hofküche ist also nicht nur ein Restaurant, sondern ein belebter Ort der Gemeinschaft und des Netzwerkens.

Die PROJEKTE

Neben etablierten Projekten, wie der Marktplatz, Grenzenlos Kochen und Fachwerk, können beim Dorfplatz eigene Projekte eingebracht und in weiterer Folge zu einer lokalen Größe gemacht werden.

Beim Marktplatz werden regionale und fair erzeugte Produkte gehandelt. Dabei kann jeder Produzent, der diesen Richtlinien gerecht wird, mitmachen, die Gemeindebürger sind die Nutznießer.

Aus Grenzenlos Kochen, einer interkulturellen Kochcommunity, wurde mittlerweile weitaus mehr. Steht das gemeinsame Kochen immer noch im Mittelpunkt, erstrecken sich die Aktivitäten auf gemeinsames Spielen, Fußballern, Theaterspielen, Erzählen und vieles mehr. Großer Respekt an dieses Projekt, das den Respekt in das Zentrum stellt.

Das Fachwerk ist salopp formuliert der Shop des Dorfplatzes. Hier werden die Kunstwerke der Handwerker ausgestellt und angeboten. Wer einen raschen Querschnitt vom gesamten Dorfplatz kennenlernen möchte, ist hier gut aufgehoben.

Letztlich möchte ich auch noch auf die zahlreichen Veranstaltungen verweisen, die ihr hier findet: Veranstaltungen am Dorfplatz.

Fast ein bisschen unbemerkt, wenngleich auch das keine Gültigkeit mehr hat, ist dem Team des Dorfplatzes ein großartiges Konzept eingefallen und sie konnten es ebenso großartig umsetzen. Viel Glück wünsche ich den Betreibern daher nicht mehr, da dieses nicht mehr notwendig ist. Daher wünsche ich euch viel Spaß, allen im und um den Dorfplatz!

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Schade, dass wir unsere Bürger befragen

  1. Hofmann Helmut

    in diesem speziellen Fall sehr gerne teile.

    Wer zu spät kommt, den bestraft die Geschichte, heißt es.
    Sie bestraft leider auch den, der zu früh kommt.
    In Abwandlung eines bekannten Sprichwortes: Wer nicht kommt zur rechten Zeit, den hat sein Kommen bald gereut.

    Hoffen wir, dass der nun schon mehrere Jahre alte Dorfplatz nicht zu früh gekommen ist, sondern dass sich jenes Ortszentrum, von dem mehr Ortsbewohner, als wir uns träumen lassen, träumen und das einige als „Schmäh“ zwecks Behübschung ihrer Geldbeschaffungsstrategien missbraucht haben, doch noch in absehbarer Zeit in Angriff genommen und irgendeinmal Wirklichkeit sein wird und genau jene Anbindung bedeutet, die für ein Juwel wie den „Dorfplatz“ notwendig ist und ihm einen nachhaltigen Erfolg bescheren könnte.

    PS.: in unserem Ort gibt es noch ganz andere, weithin unbekannte Juwele, die einer Würdigung bedürften. Wenn sich damit schon nicht die Obrigkeit gefordert fühlt, vielleicht kommt da einmal was aus der Zivilgesellschaft?

    • behling

      Ich bin für jegliche Tipps offen. Zeigen Sie mir die angesprochenen Juwele, über die ich auch gerne berichte. Nachdem mir die Gemeinde-Regierung wenig Möglichkeiten gibt, nicht zu kritisieren, freue ich mich sehr über Positives in der Gemeinde. 🙂

      • Hofmann Helmut

        Bei verborgenem Juwel fällt mir das weit mehr als der Dorfplatz verborgene architektonische Juwel der Villa von Prof. Anton Schweighofer ein, das an einer Hauptverkehrsader liegend durch umgebende Bäume kaum sichtbar ist und in meinen Augen zu wen wichtigsten auwerken der Gemeinde zählt. Nicht so verborgen, aber auch Juwel ist das Wohnhaus der Arch. Peter Mlczoch. Die künstlerisch wertvollen und nicht verschandelten Bauten in der Gemeinde könnten ein ganzes Buch füllen.
        Auf immaterielle kulturelle Juwele hinzuweisen fehlt mir die diesbezügliche Objektivität. Ich meine, wenn man einmal darauf stößt, dass es solche gibt, wird man rasch fündig werden. Ein Studium des Veranstaltungskalenders wäre da sicher hilfreich.
        Mit der Gemeinde haben sie nicht viel zu tun, „gerade so viel wie notwendig“ hat Mozart einmal in ähnlicher Lage gemeint. Aber puncto Kultur kann man sich ja nicht einmal in Millionengemeinden wie Wien etwas besonderes erwarten. Kunst und Kultur sind eben selber schuld, dass sie so sind, wie sie sind. In Gemeindeverwaltungen meist ein unverstandener Fremkörper.
        Womit wir wieder beim Dorfplatz und beim Ortszentrum wären. Statt hilflos-provokant zu fragen, woraus ein Ortszentrum bestehen sollte, wäre es doch ein hübscher Beginn, das Aufkommen des „Dorfplatzes“ so zu unterstützen, dass sich die Frage für ein benachbartes Ortszentrum von selbst beantwortet. Was nicht heißt, dass da nicht aus der Bevölkerung mit Ideen „nachgeholfen“ werden könnte.

  2. Hofmann Helmut

    Der erste Satz meines Kommentars war verstümmelt, er sollte lauten:

    „Aus dem Blog spricht viel Nostalgie und auch ein wenig Zukunftsoptimismus, den ich in diesem speziellen Fall sehr gerne teile.“

    Bitte um Ergänzung.

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