Politiker und andere Persönlichkeiten tendieren ab und an, sich selbst ein Denkmal setzen zu wollen. Denkmäler, die nicht aus der Mitte der Gesellschaft entspringen, gehen zumeist am Sinn vorbei.

Derzeit beschleicht mich das Gefühl, in St. Andrä – Wördern bastelt gerade jemand an seinem eigenen Denkmal. Anders ist der Klamauk rund um die Thematik Sportplatz neu und alt kaum zu verstehen. Wir erinnern uns: letztes Jahr beglückte uns ‚Jamaica‘ mit einem entbehrlichen Masterplan zum alten Sportplatz, der von einem Großteil der Gemeindebürger abgelehnt wurde.

Wie wurde seitens der Initiatoren darauf reagiert? Im ersten Moment wurde bedauert, dass wir überhaupt die Bürger befragt haben. Mittlerweile hat viel Wasser das Kraftwerk Greifenstein passiert, sprich, es ist viel Zeit vergangen. Laut Aussagen der Gemeinde-ÖVP ist das Thema vom Tisch.

Ganz glaubwürdig erscheint mir die Distanzierung aktuell allerdings nicht. Eine andere Deutung kommt mir da nicht in den Sinn, wenn man den Antrag vom geschäftsführenden Gemeinderat Wolfgang Seidl in der letzten Gemeinderatssitzung durchdenkt, der mit 17 zu 16 Stimmen nur eine sehr zarte Mehrheit erfuhr.

Es soll die Errichtung von Sportanlagen für Fußball, Roller-Hockey etc. befürwortet werden. Das ‚etc.‘ ist ja schon vielsagend. Wer versteckt sich hinter etc.? Oder ist das bloß ein Platzhalten für: wir haben neben dem SV Wördern noch mit niemanden gesprochen?

Von einer Bedarfserhebung bei lokalen Vereinen aber auch Nachbargemeinden ist die Rede. Warum muss das erwähnt werden? Ich hoffe ja doch – und da werde ich nicht der einzige in der Gemeinde sein – dass es immer zu einer Bedarfserhebung kommt, wenn Steuergelder ausgegeben werden.


In welche Richtung soll es gehen? Wo sind die Konzepte?

Fragen an die Gemeinderegierung:

  • Stimmt es, dass das ursprüngliche Projekt mit 3,5 Mio. Euro veranschlagt wurde?
  • Stimmt es weiters, dass diese Summe nun auf knapp 2 Mio. Euro reduziert wurde?
  • Wie konnten 3,5 Mio. Euro veranschlagt werden, wenn eine Bedarfserhebung erst kommen soll?
  • Wo ist das Konzept zum neuen Sportzentrum?
  • Scheinbar gab es ein Konzept – oder nennen wir es lieber ein Irgendwas – für ein Projekt über 3,5 Mio. Euro. Einer monetären Reduktion von ca. 40% stehen wohl auch Reduktionen in den Leistungen entgegen. Welcher ursprünglich erhobene Bedarf wurde daher gestrichen und auf welcher Grundlage wurde dieser gestrichen? Ist die Reduktion auf die 2 Mio. Euro bloß ein Versuch, das Projekt positiver darzustellen und müssen wir nach der Fertigstellung ‚leider zur Kenntnis nehmen, dass die Projektkosten deutlich überschritten wurden‘? Droht uns eine Mißwirtschaft wie beim Skylink, der Elbphilharmonie oder dem Flughafen Berlin? Natürlich in einem ganz anderen Rahmen, aber nicht minder unangenehm für eine kleine Gemeinde wie unsere (sogar noch unangenehmer).
  • Was meinen Sie im Antrag damit, dass die finanzielle Gebarung der Gemeinde zu keinem Zeitpunkt gefährdet sein darf? In welchen Situationen dürfte das überhaupt der Fall sein?

Fast ein wenig süß mutet es an, dass auf ’natürliche Baustoffe geachtet‘ werden soll. Auch hier erkennt man die völlige Konzeptlosigkeit. Hauptsache, wir haben auch ein grünes Thema eingebracht, so wirkt das Ganze zumindest. Was sind natürliche Baustoffe? Natürlich ist alles, das auf unserer Erde vorkommt. Oder meinen Sie Baustoffe, die ohne Bearbeitung vorhanden sind? Dann haben wir bald ein Sportzentrum aus Schilf und unbehandeltem Holz. Das wird zumindest ein lustiger Anblick, unser neues Sportzentrum.
Ich darf eine vorsichtige Deutung probieren: Sie meinen wohl ökologisch nachhaltige Baustoffe und Bauweisen. Eine spannende Erkenntnis, wenn man bedenkt, dass Sie sogar Gemeindebürgern einen Vortrag über nachhaltige Bauweisen untersagen wollen.

Ich denke, es wird Zeit, statt Denkmäler zu errichten, Konzepte vorzulegen. Die Bürger haben sich das verdient.

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