Mit einem solcherart Stehsatz begrüßte der alte und neue Bürgermeister den neu angelobten Gemeinderat, nur um im Nachsatz gleich darzulegen, dass ihm bzw. seiner Fraktion wenig an einem Miteinander liegen dürfte. Es war ein Satz, gerichtet an die zahlreichen Besucher, keinesfalls an die ‚Opposition‘ im Gemeinderat.

„Übrigens wird die nächste Gemeinderatssitzung vom 27.03.2020 auf 30.03.2020 verschoben“ – mit dieser beiläufigen Info in seiner an den Gemeinderat und die Bürger gerichteten ‚Ansprache‘, in der man auch kurz wichtige Zukunftsthemen ansprechen hätte können, wirft er der SPÖ und FPÖ gleich in den ersten Amtsminuten den Fehdehandschuh zu.

Jeder, der schon einmal ein Tennisdoppel organisieren durfte, weiß, wie schwer es manchmal ist, 4 Personen zu organisieren. Genau deshalb werden wichtige Gemeindetermine (vor allem Gemeinderatssitzungen!) bereits im Vorjahr festgelegt, damit sich jeder danach richten kann. 3 Wochen (!) vor der festgelegten, ersten Gemeinderatssitzung der neuen Periode, möchte der neue Bürgermeister die Sitzung verlegen! Erst nach dem berechtigten Einwand der Opposition wird ein Grund genannt: einige Gemeinderäte haben keine Zeit!

Hier möchte ich schon darlegen, was das genau bedeutet:

  • Herr Maximilian Titz ist scheinbar der Meinung, dass ihm das Gemeindeamt gehört. Der Gemeinderat besteht allerdings aus 33 Mandaten, die von 5 unterschiedlichen Parteien besetzt werden. Der gesamte Gemeinderat ist die Vertretung der Bürgerinnen und Bürger. Wenn Herr Titz sagt, einige Gemeinderäte haben keine Zeit, dann hat er im Vorfeld MIT ALLEN GEMEINDERÄTEN zu sprechen. Nicht nur mit jenen, die aus seiner Fraktion stammen oder mit seiner Fraktion koalieren.
  • Wenn es eine Fraktion nicht schafft, lange geplante und gemeinsam festgelegte Termine einzuhalten, wie soll es da gelingen, eine komplexe Gemeinde zu organisieren?
  • Wer als Bürgermeister in wichtigen Fragen nicht mit ALLEN GEMEINDERÄTEN spricht, hat KEIN INTERESSE an einem pathetisch ausgerufenen ‚Miteinander‘.
  • Ein Bürgermeister, der mit den demokratisch gewählten Parteien SPÖ und FPÖ im Gemeinderat nicht spricht, der IGNORIERT 2.160 Stimmen von wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern. Oder formulieren wir es so, wie es ist:

Der Bürgermeister, der nicht mit uns spricht, pfeift nicht auf die Gemeinderäte, die er ignoriert, er pfeift auf die zu vertretenen 2.160 Bürgerinnen und Bürger unserer wunderschönen Gemeinde.

GR David Behling

Ja, von meiner Seite gibt es ein eindeutiges Bekenntnis dazu, das Beste für die hier lebenden Menschen zu machen. Ein Miteinander braucht aber beide Seiten, da reicht es nicht aus, lediglich Bürgermeister zu sein.

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